Polizeiforschung & wissenschaftliche Projekte des ZKPF

 

Polizeiforschung – eine Begriffsbestimmung

Unter Polizeiforschung versteht man empirische Forschungsarbeit, welche die Polizei als Organisation, die Rolle der Polizei in der Gesellschaft, das polizeiliche Handeln selbst sowie die wechselseitige Bedingungsanalyse zum Gegenstand hat.

 

Empirische Polizeiforschung am ZKPF

Ein Schwerpunkt der empirischen Polizeiforschung am ZKPF liegt auf dem Themengebiet „Gewalt & Polizei“. Die ZKPF-Begründerin Rita Steffes-enn verfügt hierbei über eine außergewöhnliche Expertise, da sie als ehemalige Polizeibeamtin über eine gewisse Binnensicht und praktische Erfahrung verfügt. Zudem ist sie als Kriminologin wissenschaftlich und praktisch tätig. Abgerundet wird dies durch die langjährige Berufserfahrung in der ambulanten und stationären Straftäterbehandlung von Gewalt- und Sexualtätern sowie der ambulanten Arbeit mit Stalkern. Des Weiteren befasst sich im ZKPF Christoph Unbehaun entsprechend seiner praktischen und wissenschaftlichen Expertise mit dem Thema der selektiven Strafverfolgung im Bereich der Wirtschaftskirminalität und Finanzkriminalität ebenso wie Christian Pundt, der sich mit polizeilichen Einsatzkompetenzen in Hochstresslagen befasst. Auch Christian Pundt verfügt aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit neben der notwendigen wissenschaftlichen Kompetenz über tiefgehende praktische Erfahrungen in seinem Forschungsgebiet.

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Die Ergebnisse des Anfang 2012 von Rita Steffes-enn abgeschlossenen Forschungsprojekts zum Thema „Gewalt gegen Polizei aus Tätersicht“, können mit gewinnbringenden Erkenntnissen für die polizeiliche Praxis in dem Buch Polizisten im Visier. Eine kriminologische Untersuchung zur Gewalt gegen Polizeibeamte aus Tätersicht nachgelesen werden. Diese Forschungsarbeit wurde von der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie e. V. (GiwK) als wissenschaftlich herausragend ausgezeichnet.
Ebenfalls in 2012 schloss Christoph Unbehaun sein Forschungsprojekt zur selektiven Strafverfolgung in Deutschland bezüglich des Geschäftsmodells der Steueroasen ab. Ein Thema, wie es seit Anfang 2013 aktueller in der politischen Debatte nicht sein könnte. Auch diese Forschungsarbeit ist in Buchform Steuerparadies Deutschland!? Eine kriminologische Untersuchung zu Steueroasen und selektiver Strafverfolgung publiziert (Verlag für Polizeiwissenschaft).

Christian Pundt widmete sich in seiner ebenfalls am Institut für Rechtspsychologie der Universität Bremen angegliederten Dissertation  der Bewältigung von Hochstressphasen durch Polizeikräfte.

Michaela Schätz arbeitete an einem Forschungsprojekt, das sich u. a. dem Umgang mit intelligenzgeminderten Psychiatriepatienten in totalitären Systemen widmete.

 

Aktuelle Forschungsprojekte

Eine vertiefende, qualitative Forschungsarbeit zur Gewalt gegen Polizeikräfte aus Tätersicht mit einer erweitertem Stichprobe führt Rita Steffes-enn derzeit in ihrer Dissertation am Institut für Rechtspsychologie der Universität Bremen durch.

 

Expertenworkshop & -anhörung

Die Rita Steffes-enn wurde als Mitglied einer internationalen Expertengruppe einbestellt, die sich im Januar 2013 unter Federführung von Prof. Dr. Clemens Lorei dem Thema gewaltfern sozialisierter Polizeikräfte als staatlich legitimierte Gewaltakteure sowie der etwaigen Bedeutung für den Umgang mit und die Verarbeitung von Gewalt im Dienst widmete.
Des Weiteren wurde sie 2015 als geladene Expertin in Vorbereitung eines Straftatbestandes zur Gewalt gegen Polizeikräfte im rheinland-pfälzischen Landtag angehört. Diese Anhörung bildete die Grundlage für das Abstimmungsverhalten von Rheinland-Pfalz auf der Bundesebene.

 

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