Täterarbeit mit Betrügern und anderen manipulativen Klienten

 

Die Täter, gleich ob männlich oder weiblich, müssen einen sehr genauen Blick für die Belange und Interessen, aber auch Schwachpunkte und Ängste von Menschen und Institutionen haben. Hierzu bedienen sich die Täter verschiedener Interaktionsmuster, die der manipulativen Durchsetzung der eigenen Bedürfnisse dienen. Die zur Durchführung und auch Vertuschung der Delikte erforderlichen Strategien zeichnen sich zumeist durch ein ausgeklügeltes, sich gegenseitig stützendes System aus. Für den Täter macht dies in der Regel ein hohes Maß an Identifikation mit dem Betrugskonstrukt und einer den hierin aktiven Interaktionsmustern notwendig, um eine Aufdeckung dessen zu verhindern. Deliktrelevante Verhaltensmuster zeichnen sich deshalb bereits weit vor der eigentlichen Tat ab, meist sogar in den Erstkontakten mit den Tätern. Diese verinnerlichten Beziehungsgestaltungsmuster sind demzufolge häufig auch dann wirksam, wenn wir in den Kontakt mit den Tätern treten. Kenntnisse über die sich hierbei entsprechend ergebenden Prozesse in der Interaktion, aber auch über Kommunikationsfallen erscheinen somit besonders hilfreich, damit Gespräche mit dieser Tätergruppe nicht in einem „kämpferischen Schachspiel" münden.

Betrugsdelikte imponieren darüber hinaus durch eine erhebliche Varianz der Phänomenologie, welche beim Steuer- und Wirtschaftsbetrug anfängt und beim Heiratsschwindel endet. Aus diesem Grund soll eine Systematisierung dieser Delikte erarbeitet werden. In den verschiedenen Deliktbereichen werden insbesondere die situativen (Tatgelegenheit) und die internalen (Täterpersönlichkeit) Variablen sowie die Täter-Opfer-Beziehung genauer betrachtet. Für Betrüger werden klar definierte psychologische Konstrukte angenommen, allerdings wurde die Bedeutung von Persönlichkeitsfacetten als internale Variablen bei Betrügern bislang noch wenig empirisch überprüft. Tatsächlich stellen sie jedoch Kernkompetenzen dar, die maßgeblich für das Betrugsszenario sein können, da manche Betrugsdelikte beispielsweise Offenheit und Extraversion (Face-to-Face-Delikte) verlangen, andere hingegen planvolles Vorgehen (z. B. Wirtschafts- oder Steuerbetrug).
Im Seminar werden Kenntnisse über die Bedeutung von Situations- und Persönlichkeitskomponenten für den Modus der Betrugsausführung aus kriminalpsychologischer Sicht sowie Analysemöglichkeiten von schwierigen Gesprächssituationen aus behandlerischer Sicht vermittelt. Die Inhalte werden auch anhand von Praxisbeispielen vertietft. Das Einbringen eigener Fallbeispiele durch die Seminarteilnehmer/-innen wird ebenfalls begrüßt.

Beispielhafte Referenzen aus einem Inhouse-Seminar:
"Tolle Zusammenarbeit der Referenten."
"Viel fachliche und praktische Kompetenz."
"Ich nehme viele Anregungen für die tägliche Arbeit mit und hoffe, diese Umsetzen zu können."

Referententeam: Dr. Helga Ihm & Rita Steffes-enn

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Bei bestehendem Interesse, zögern Sie bitte nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen.

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